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Wir suchen die Glocke vom Schellhäuschen?

Wir suchen die Glocke vom Schellhäuschen?

Bekanntlich konnte man bis in die Mitte der 50er Jahre mit dem Nachen über den Rhein übersetzen. Dazu war am Schellhäuschen eine Schelle (Glocke) angebracht. Diese Glocke musste man läuten und mit etwas Glück hat sie der Fährmann auf der anderen Seite gleich gehört und kam mit seinem Nachen auf die östliche Rheinseite gerudert. Einmal nach „Rheinhessen“ übersetzen kostete seinerzeit 10 Pfennig. Etwa im Jahr 1955/56 wurde diese Verbindung eingestellt und wenige Jahre danach verschwand leider auch die Glocke.

Der Heimat- und Geschichtsverein ist seit einiger Zeit Pächter des Schellhäuschens und hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass das aus dem Jahr 1907 stammende Gebäude eine Aufwertung erfährt. Dazu soll auch wieder eine Glocke am Schellhäuschen aufgehängt werden. Und sei es nur zu besonderen Anlässen. Aus diesem Grund wäre es wirklich eine tolle Sache wenn die lange Zeit verschollene Schelle irgendwo und irgendwie wieder auftauchen würde! Hinweise die zur Wiedererlangung der Glocke führen nimmt der Heimat- und Geschichtsvereins Groß-Rohrheim aber auch die Gemeindeverwaltung gerne entgegen!

Was hat es mit dem Trinkhorn im Logo des Heimat- und Geschichtsvereins auf sich?

Was hat es mit dem Trinkhorn im Logo des Heimat- und Geschichtsvereins auf sich?

Als Trinkhorn bezeichnet man ein schon im Altertum gebräuchliches Trinkgefäß, das ursprünglich aus Tierhörnern (Wisenten, Auerochsen) angefertigt und mit Ringen aus Bronze und Gold sowie oft auch mit Korallen oder Knochen beschlagen wurden. Bei den oft reichhaltig verzierten oder beschlagenen Gefäßen wird eine repräsentative oder/und eine kultisch religiöse Nutzung für Festgelage vermutet.

Unsere evangelische Kirche wurde am Rande Groß-Rohrheims auf einem Hügel errichtet. Dazu stellte sich viele Jahrhunderte die Frage, ob es sich bei dem Kirchhügel eine natürliche oder eine künstliche Erhebung handelt. Im Jahr 1957 wurden am Süd- und Ostrand des Kirchhügels Kanäle für die Be- und Entwässerung ausgeschachtet. Dabei wurde festgestellt, dass sich der Hügel aus ehemals sumpfigem Gelände erhebt und ganz offensichtlich von Menschenhand aufgeschüttet wurde.

Bei Kanalisationsarbeiten in der Beinstraße wurden im Jahr 1957 messingfarbene Metallrest gefunden, mit denen man nur wenig anfangen konnte. Dem Heimatforscher Richard Stay ist es zu verdanken, dass der Fund in die fachkundigen Hände von Prof. Dr. H.-J. Hundt, dem Leiter der Mainzer Werkstätten im Römisch-Germanischen Zentralmuseum gegeben wurde. Er erkannte in den Fundstücken (zwei Fassungsringe, ein Endknopf mit Rosette sowie ein Zierknopf) Ringen und Rosetten) die Verzierungen eines keltischen Trinkhorns aus der Zeit um 450 vor Christus. Aufgrund der Größe der Verzierungen kann das Trinkhorn 15 bis 24 cm lang gewesen sein. Die wiederhergestellten Reste des goldenen keltischen Trinkhorns aus Groß-Rohrheim werden im Landesmuseum in Darmstadt aufbewahrt.

Der Archäologe Dr. Werner Jorns vermutete, dass das Trinkhorn aus einem keltischen Fürstengrab stammt, das sich noch heute tief im Kirchhügel verbergen soll.